Deodorant & Antitranspirant – richtig schwitzen

Der Frühling ist da. Und wer nicht gerade ein gewissenloser Schwitzer ist denkt: Na toll, jetzt geht das Schwitzen wieder los. Schwitzen ist aber sinnvoll und auch gesund. Alte Volksweisheit. Und was ist mit einem Deodorant?

Aber was passiert da eigentlich, beim schwitzen… und wie kann man/frau die Folgen reduzieren?

Hierfür gibt es diese kleinen kosmetischen Wirkeinheiten. Antischwitzmittel klingt blöd, Achselhöhlen-Fit nicht gerade sexy.

Im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet man daher den Begriff DeodorantDeodorants und Antitranspirants in verschiedenen Formen
Gemeint ist ein kosmetisches Mittel, eine Rezeptur, welche den durch Schweiß auftretenden Körpergeruch überdecken oder verringern soll.
Im vorherigen Satz ist erkennbar: durch das Wort „oder“ werden zwei Möglichkeiten offeriert.

Neben zahlreichen Varianten in der Darreichungsform, wie zum Beispiel Pumpspray, Roll On, Deo Stift, Deo Stick, Deo Creme oder Deo Tüchern, gibt es zwei grundsätzliche Produktkonzepte für Deodorantien. Gemein haben beide, dass sie den vorhandenen Körpergeruch reduzieren und/oder überdecken sollen.

Kann ein Antitranspirant mehr als ein Deodorant?

Ein grundsätzliches Jein zur Antwort. Ein Antitranspirant hat in seiner Daseinsform ein anderes Wirkkonzept als einDeodorant.
Nimmt man das Wort Antitranspirant und teilt es in seine zwei Hauptbestandteile auf, wird es klar. So bedeutet  Anti soviel wie „gegen“. Transpirant hat hier die Bedeutung „schwitzen“ – also ganz einfach ein Hilfsmittel gegen Schwitzen. Wohingegen das Wort Deodorant, aus dem lateinischen kommend, übersetzt soviel heißt wie: „Entriecher“.  In diesem Sinne möchte man/frau mit einem Deodorant den Geruch überdecken.
Somit wird klar, dass der Unterschied zwischen Deodorant und Antitranspirant ein wesentlicher ist. Es gibt jedoch auch Produkttypen, die beides können – entriechen und dem Schweißfluss Einhalt gebieten.

Aber warum brauchen wir eigentlich ein Deodorant?

Schon die alte Kultur der Ägypter hatte Ihre Mittelchen, um etwas gegen Körpergeruch zu unternehmen.
Zu den ersten verwendeten Möglichkeiten zählten Duftbäder aber auch das Einreiben mit parfümierten Ölen. Die Ägypter nutzten einen so genannten Alaunschiefer (Tschermigit) als Deodorant. Im Laufe der Geschichte wurden bis in die heutige Zeit der kosmetischen Industrie zahlreiche Rezepturen und Produkte entwickelt, erfunden und verbessert.
Auch heute werden in anderen Kulturen noch andere „Konzepte des weniger Schwitzens“ verfolgt. Andere Länder – anderes Schwitzen.

Aber egal in welche Kultur wir unsere Nase stecken. Wir stellen fest: Schweiß müffelt. Und in den meisten Kulturen möchte man einfach sein Schweiß kann unangenehm riechen„Gegenüber“ nicht belästigen. Grob betrachtet hat es etwas mit Respekt zu tun. Für die Eine oder den Anderen auch etwas mit Selbstachtung, nach dem Motto: „Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“ Und gerade in unserer Gesellschaft gehört es sich einfach nicht, zu müffeln. Wer im Hochsommer des öfteren mit unklimatisierten Nahverkehrsmöglichkeiten unterwegs ist, weiß, was gemeint ist. Der Schweiß des Nächsten ist für viele kaum auszuhalten.

Warum riecht Schweiß eigentlich?

Grundsätzlich muss man wissen, dass der Schweiß bei Menschen als solches fast geruchslos ist. Wird durch den Prozess des Schwitzens Schweiß abgesondert, kommt dieser mit der menschlichen Haut in Berührung.
Die Haut hat ein eigenes bakterielles Mikroklima. Einige unserer natürlichen Mitbewohner – gemeint sind hier die Bakterien, welche auf unserer Haut ihr Dasein fristen – haben sich darauf spezialisiert, hier zu Leben. Genau auf Dir! Denn die von uns ausgeschiedenen Körpersekrete wie Schweiß und die gleichzeitig mit dem Prozeß des Schwitzens entsorgten Giftstoffe des Stoffwechsels, schmecken den Mitessern in Bakterienform besonders gut. Die Bakterien zersetzen (verdauen) diese Sekrete und wandeln letztendlich den vorher fast geruchslosen Schweiß in ein unangenehmes Duftkonglomerat.

Riecht Schweiß gleich? Wusstest Du, dass Du doppelt schwitzt?
Ab der Pubertät wird es ernst…

Viele  nehmen einen sauren Geruchstyp des Körpergeruchs war, welcher besonders bei Frauen als schwach empfunden wird. Aber das ist eigentlich nur die angenehme Hälfte der Wahrheit. Denn das, was wir als eigentlich hochnotpeinlichen Körpergeruch wahrnehmen, wird meistens als stechend und beißend umschrieben und kommt insbesondere bei der männlichen Spezies vor. Tja, Kerle eben. Ich habs nicht erdichtet, es ist halt so! Das hat zum einen damit zu tun, dass über die männlichen Sekrete auch andere Pheromone (Sexualhormone) ausgeschieden werden, die dann schließlich geruchsintensiv umgebaut werden.

Hinzu kommt ein weiteres natürliches Faktum: auf der männlichen Hautflora fühlen sich andere Bakterien wohl, als bei den Frauen. So ist der Duftcocktail beim Mann ein ganz anderer als bei einer Frau, denn diese hat ja auch andere Hormone.

Fest steht jedoch, dass der genaue Mechanismus der eigentlichen Geruchsbildung durch Schweiß noch nicht abschließend erforscht ist.Das Schwitzen dienst dem Körper zur Temperaturregulierung Definitiv sicher ist, dass der klassische Körpergeruch nur bei Erwachsenen entstehen kann. Bei Kindern kommt er nicht vor, bei heranwachsenden Jugendlichen tritt er erstmals auf, wenn die sogenannte apokrine Sekretion durch Sexualhormone gesteuert wird. Neben der apokrinen Schweißbildung (erste Variante des Schwitzens) gibt es auch eine ekkrine Schweißbildung (zweite Variante). Ekkrine Schweißdrüsen bilden einen eher wässrigen, klaren und geruchslosen Schweiß.

Gemein sind schon die apokrinen Schweißdrüsen. Diese menschlichen Duftdrüsen sind dafür verantwortlich, dass wir den Geruch eines Menschen als typisch wahrnehmen. Sie sondern ein trübes Sekret aus lipidhaltigen Duftstoffen ab. Das nehmen wir nasal erst nach der mikrobiellen Zersetzung als Körpergeruch wahr.

Was ein Deodorant kann… und was ist da drin?

Mal abgesehen von der Darreichungsform sollte die grundsätzliche Funktion eines Deodorants darin bestehen, den schweißzersetzenden Bakterien Knüppel zwischen die Beine zu werfen, um sie in ihrer Arbeit zu hemmen. Denn so wird die Entstehung des unangenehmen Körpergeruchs verunmöglicht.

Die in den Deodorants vorkommenden Wirkstoffe sollen die Hautflora schützen und nicht angreifen. Bei den Wirkstoffen stehen somit die bakterienhemmende Wirkung als Zielstellung fest. Außerdem kommen Wirkstoffe mitgeruchsbindender Kompetenz zum Einsatz. Die bekanntesten sind beispielsweise Rohstoffe für Puder wie Talkumpuder oder auch Kieselsäure, welche besonders hautverträglich sein sollen. In der heutigen modernen Zeit kommen auch so genannte Geruchsabsorber zum Einsatz. Diese haben die Fähigkeit, die auf der Körperhaut vorhandenen geruchsbildenden Substanzen in Verbindungen einzuschließen. Damit sind sie in der geruchsbildenden Wirkung gehemmt.
In Produkten mit modernen Rezepturen kommen auch so genannte Enzymhemmer zum Einsatz. Diese haben zur Aufgabe, die für die Schweißzersetzung verantwortlichen Enzyme in ihrer Arbeit zu blockieren.

…und was ein Antitranspirant anders macht. Wie schafft es also ein Antitranspirant, dass wir weniger schwitzen?

In Wirklichkeit schwitzen wir gar nicht weniger, wenn wir ein Antitranspirant verwenden. Theoretisch schwitzen wir mit Umleitung.  Es werden Wirkstoffe eingesetzt, welche die Schweißdrüsengänge verengen und somit dazu beitragen, die Schweißbildung in den ekkrinen Drüsen zu vermindern. Dieses erfolgt logischerweise an dem Ort, wo es  am meisten Sinn macht: im Bereich der Achselhöhle. Denn hier befinden sich die meisten ekkrinen Drüsen, die für dieSchweißbildung verantwortlich sind. Diese können nun durch die Wirkstoffe in ihrer Leistung um bis zu 60 % eingeschränkt werden. Dies ist nun auf die gesamte Körperfläche mit Schwitzpotential gesehen eine relativ kleine Fläche – aber die gesamte Temperaturregulation des Körpers wird trotzdem nicht behindert, da der Körper unmerklich umschwitzt, also über die Regulation anderweitig ausschwitzt.

Der Erfolg eines Antitranspirants liegt nun darin, dass durch die verminderte Schweißabsonderung meist auch die Bakterienanzahl reduziert wird. Weniger Bakterien bedeuten in diesem Fall auch weniger unangenehmen Geruch. Und das Einsparpotential ist an dieser Stelle (Achselhöhle) enorm! Weniger Sekrete, Dufthormone und Schweiß bedeuten also weniger Bakterien die verdauen und Muffel erzeugen können.

In vielen Rezepturen von Antitranspirants ist auch Alkohol enthalten. Ein Antitranspirant enthält nicht immer Duftsstoffe, aber immer einen schweißhemmenden Wirkstoff. Am häufigsten kommen so genannte Aluminiumsalze zum Einsatz.

Anwendungstipp:

Schaffe eine gute Basis für die Wirkung des Deodorants. Bevor ein Deodorant neu aufgetragen wird, sollte die Haut zuvor gründlich gereinigt werden. Denn Schweiß, die vom Schweiß mit ausgespülten Duftstoffe und Giftstoffe, aber auch die schweißzersetzenden Bakterien sollten entfernt sein. Nur auf einer sauberen Haut kann ein Deodorant seine optimale Wirkung entfalten. Viele werden jetzt denken „das sollte ja selbstverständlich sein“. Aber Hand aufs Herz: gerade im Arbeitsalltag und im Hochsommer kommt es häufig vor, dass eben mal schnell eine neue „Schicht“ aufgetragen wird. Wenn eine „Mini-Achselwäsche“ unrealisierbar ist, sollte man zumindest mit einem feuchten Reinigungstuch eine neue Basis schaffen.

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Frank

Über Frank

Gesellschafter der Parfumerie Hirschel GbR
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